| Tabak
das faule Ei des Kolumbus ...
Rauchen
beschert unserem Vater Staat via Tabaksteuer jährlich über
10 Milliarden Euro und über 100.000 Tote. Die Europäer
"verdanken" dieses Laster Christoph Kolumbus, der erstmals
1519 Tabakpflanzen und samen nach Spanien brachte. Während
eines Zwischenstopps auf den Bahamas im Jahr 1492 hatte der Seefahrer
Eingeborene dabei beobachtet, wie sie mit Maisblättern umwickelte
Tabakblätter rauchten, die sie "Tabago" nannten.
Der französische Gesandte in Lissabon, Jean Nicot (1530-1600),
der der Pflanze seinen Namen lieh (Nicotiana tabacum), lobte Tabak
gar als Heilpflanze bei Pest, Gicht, Zahnschmerzen und Tetanus.
Inzwischen ist die Wissenschaft weiter und weiß mehr
über die schädlichen Effekte des Nikotins ...
...
und seine Folgen.
Der
jahrelange Zigarettenkonsum zwingt Herz und Lunge in die Knie. Es
kommt zur Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall,
chronischer Bronchitis und Lungenkrebs. Die große Bedeutung
des Rauchens zu allen diesen Erkrankungen belegen epidemiologische
Studien seit den 50er Jahren.
Eins
Studie von Sir Richard Doll an britischen Ärzten mit einer
Beobachtungszeit von 40 Jahren zeigt: Nur jeder 2. der über
25 Zigaretten pro Tag rauchenden, aber 80% der nie rauchenden Ärzte
erreicht das 70. Lebensjahr. Im Durchschnitt verliert ein Raucher
8-9 Jahre seines Lebens.
Die
Häufigkeit von Lungenkrebs hat bei Männern seit 1930 und
bei Fraün seit 1960 dramatisch zugenommen. Dies ist nicht auf
die allgemeine Luftverschmutzung, sondern in erster Linie auf die
Inhalation von Tabakrauch zurückzuführen, die heute für
ca. 90% der Bronchialkrebse verantwortlich gemacht wird. Das Risiko
an Lungenkrebs zu erkranken berechnet sich relativ einfach nach
der sogenannten 20er-Regel: Wer 20 Jahre lang 20 Zigaretten pro
Tag raucht, hat sein Lungenkrebsrisiko auf das 20fache gegenüber
dem gleichaltrigen Nichtraucher gesteigert.
Im
internationalen Vergleich waren die Deutschen mit rund 140 Milliarden
verkauften Zigaretten im Jahre 2001 die fünftgrößte
Rauchernation der Welt. Auf Platz eins liegt China.
Zigaretten
eine echte Sucht!
Zigarettenrauchen
das ist eine Suchterkrankung, vergleichbar mit der Sucht
nach Heroin, Kokain und anderen schweren Giften. Der Suchtgrad wird
gemessen mit dem Fagerström-Test. Je früher am
Morgen ein starker Impuls zum Rauchen besteht, desto höher
ist der Grad der Sucht. Umso schwerer fällt die Entwöhnung.
Fast
jeder Raucher kennt die Folgen seiner Sucht und dennoch
die Sucht nach Nikotin ist stärker, das Abgewöhnen fällt
oft ungeheür schwer. Die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) hat längst die Zigarettensucht als Krankheit anerkannt.
Die
Pluspunkte des Rauchens sind unbestreitbar:
•
"schmeckt mir"
•
"ich gönne mir was"
•
"komme leichter ins Gespräch"
•
"versüßt mir die Pausen"
•
"mit der Zigarette halte ich den Streß leichter aus"
•
"wenn ich nicht rauche, nehme ich zu"
90%
wollen aufhören!
90%
aller Raucher wollen eigentlich aufhören. Ein Drittel aller
Raucher hat es im letzten Jahr zumindest versucht. Wer kennt nicht
die guten Vorsätze zum Jahreswechsel oft genug ist schon
nach wenigen Tagen im neuen Jahr die Sucht stärker der
Rückfall kommt. Dabei gibt es Möglichkeiten sich von der
Sucht zu befreien und das ist keine Zauberei! Aber Nikotinersatz-Pflaster
(NiQuitin®), Kaugummi, Nasenspray und Tabletten (Zyban®
) Akupunktur, Hypnose", "Detoxspritze", das "Endlich
Nichtraucher"-Buch von Allen Carr viele Mittel werden
angeboten. Wer will sich da zurecht finden?
Welche
Methoden helfen wirklich?
Wissenschaftliche
Untersuchungen haben gezeigt, das klare Unterscheidungen zwischen
wirksamen und nichtwirksamen Methoden möglich
sind. Dabei hat sich gezeigt, daß Methoden, bei denen der
feste Wille und Entschluß des Patienten eine wichtige Rolle
spielt, die erfolgreichsten sind! Sogenannte "passive"
Methoden: Akupunktur, Hypnose, Detoxspritze, etc. haben ihren
Erfolg nicht belegen können.
Intensive
Unterstützung und Begleitung durch den Arzt erhöht
die Erfolgswahrscheinlichkeit, besonders in den ersten Tagen und
Wochen ist sie wichtig! Aber sie sollte am Besten auch nach Wochen
und sogar Monaten bei Bedarf verfügbar sein!
Gesicherte
Methoden der Tabakentwöhnung sind:
Verhaltenstherapie:
Einfache
verhaltenstherapeutische Maßnahmen kann Zigarettenkonsum vermindern
und den Rauchstopp-Tag vorbereiten. Der Patient füllt täglich
einen Selbstbeobachtungsbogen aus und notiert zu jeder Zigarette
Rauchgrund und Grad der Begierde.
Nikotinersatztherapie:
Nikotin
als Pflaster, Kaugummi, sogar als Nasenspray (verschreibungspflichtig)
einzusetzen; auf die richtige Dosierung und Mengensteuerung kommt
es dabei an.
Einsatz
von Bupropion:
Zyban
Tbl.® sind verschreibungspflichtig. Unter ärztlicher Kontrolle
sind sie eine wichtige Hilfe bei der Entwöhnung, wobei bestimmte
Richtlinien beachtet werden müssen: Einnahmedaür bis zu
ca. 7 Wochen, ärztliche Überwachung unbedingt erforderlich,
keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse.
Wenn
Medikamente wie Zyban® oder Nikotin zur Unterstützung eingesetzt
werden, kann die Erfolgsquote verdoppelt werden.
Erfolge
kommen sofort!
Entwöhnung
lohnt sich sofort: Rasch werden die negativen Zeichen des Rauchens
verschwinden und die Risiken werden vermindert und schließlich
beseitigt:
•
Schon nach einem Tag Rauchstopp wird das Herzinfarktrisiko kleiner.
•
Zwei Tage nach dem Rauchstopp verfeinert sich der Geruchs- und Geschmackssinn.
•
Soforteinsetzende schrittweise Besserung der Lungenfunktion.
•
Positives und attraktiveres Selbstbild.
•
Frischer und lebendiger Atem, schönere und frischere Haut.
•
Frische Luft in Wohnung und Auto.
•
Geldersparnis.
...
und die Kosten?
Was
kostet die Tabakentwöhnung? Rechnen sie für Medikamente
in etwa den Betrag. den eine Schachtel Tabak pro Tag kosten würde:
z.B. Nikotinersatz für 2 Monate: 60 Tage a ca. 2,50 €
= 150 €.
Die
Kosten der ärztlichen Überwachung richtet sich nach der
Daür und Intensität, Kontrollmessungen des Rauchgases
in der Atemluft, etc.. Insgesamt können für eine intensive
Betreuung über bis zu 12 Monaten etwa 500 € zusammen
kommen.
Vergleichen
sie diese Kosten mit den Kosten der Zigaretten: Sie sehen, daß
sie im Jahr bei einer Schachtel pro Tag ca. 1100 € ausgegeben
hätten, schon im ersten Jahr also: nicht nur der Gesundheit
gedient, sondern sofort auch Geld gespart!
Leichte
Raucher können die Entwöhnung alleine schaffen! Der feste
Entschluß ist die wichtigste Voraussetzung. Dann legen sie
ihren Rauchstopp-Tag fest, werfen am Vorabend alle Zigaretten, Aschenbecher,
Feürzeuge weg und sind ab morgen Nichtraucher/in.
Damit
die ersten Wochen nicht allzu schwer werden, hier einige Tips
und Tricks:
•
Schreiben sie ihre wichtigsten "Rauchfrei-Gründe"
auf und lesen diese jeden Morgen nach.
•
Meiden sie verrauchte Orte.
•
Beobachten und imitieren sie Nichtraucher: Was tun die in Situationen,
in denen sie zur Zigarette greifen wollen?
•
Verändern sie ihren gewohnten Tagesablauf soviel wie möglich.
•
Entspannungsübungen erlernen.
•
Schlafen sie soviel wie möglich: Ausgeruht gehts besser.
•
Wählen sie so oft wie möglich eine rasche Gangart, gehen
sie zügig spazieren oder joggen sie regelmäßig,
seien sie aktiv.
•
Beschäftigen sie sich: kritzeln sie beim telefonieren oder
in Sitzungen.
•
Kaün sie zuckerfreie Kaugummis, knabbern sie Obst und Gemüse.
•
Füttern sie ein Sparschwein mit dem gesparten Zigarettengeld.
Gönnen sie sich eine Belohnung.
•
Essen sie nicht mehr als vorher, eher weniger. Trinken sie dafür
umso mehr.
Übrigens:
Ein Rückfall ist noch kein Versagen! Nicht aufgeben! Es hat
sich gezeigt: Je mehr gescheiterte Entwöhnungsversuche zurückliegen,
desto wahrscheinlicher wird der nächste Entwöhnungsversuch
erfolgreich sein!
Wer
braucht den Arzt?
Wenn
sie 15-20 Zigaretten und mehr rauchen, wenn sie früh am morgen
einen sehr starken Rauchimpuls haben, dann sollten sie ihren Arzt
bitten, sie bei der Tabakentwöhnung zu begleiten! Fragen sie
ihren Arzt nach seinem Tabakentwöhnungskonzept!
Und
jetzt: Viel Erfolg! |