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| Tuberkulose |
| ENTSTEHUNG UND HÄUFIGKEIT |
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| Die Tuberkulose
ist eine Infektionskrankheit hervorgerufen durch Mycobakterium
tu-berkulosis oder Mycobakterium bovis. Entdeckung beider
Erreger durch Robert Koch 1882. |
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| Vor der Entdeckung
der Tuberkulose-Bakterien war die Tuberkulose eine schicksalhafte
Seuche, ohne Möglichkeit der Diagnostik und Therapie. Um 1900 in
Deutschland ca. 200.000 Todesfälle an Tuberkulose pro Jahr sowie
450-500 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner pro Jahr, heute in Deutschland
ca. 1.200 Todesfällepro Jahr bei ca. 25-30 Neuerkrankungen auf 100.000
Einwohner pro Jahr. In Afrika, Lateinamerika, Russland und Asien finden
sich noch immer zwischen 250 und 350 Neuerkrankungen an TBC pro Jahr.
Dies unterstreicht die Bedeutung der TBC als weltweit häufigste Infektionskrankheit.
Die TBC ist nach dem Bundesseuchengesetz eine meldepflichtige Erkrankung. |
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Die Infektion erfolgt
durch Tröpfchen beim abhusten mycobakterienhaltigen Sekrets, bei
Mykobakterium bovis auch durch Kuhmilch. Nach Inhalation einer bestimmten
Bakterienmenge (ca. 5000/ml Sputum) kommt es zur Primärinfektion
im bronchopulmonalen Bereich. In der Lunge tritt röntgenologisch
ein Primärinfiltrat auf, anschliessend entsteht durch Schwellung
regionaler Lymphknoten der sogenannte Primärkomplex. Die
Tuberkulinreaktion wird etwa 5-6 Wochen nach Erstinfektion positiv.
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| Diese sogenannte
Primär-TBC verläuft meist asymptomatisch und wurde z.B. um 1900
von nahezu jedem durchgemacht (mehr als 90% der Bevölkerung reagierten
tuberkulinpositiv). Durch die Erstinfektion entsteht bei den meisten
Menschen eine weitgehende Immunität. Bei etwa 1-3% der Infizierten
kommt es im Anschluss an die Primärinfektion zu einer sogenannten
postprimären TBC. Die Aubreitung der Tuberkelbazillen
erfolgt: |
| 1.) hämatogen /
lymphogen. |
| 2.) bronchogen. |
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| Die hämatogene Ausbreitung
ist besonders gefährlich: In der Frühphase entstehen die Meningitis
tuberkulosa (tuberkulöse Hirnhautentzündung), die Miliartuberkulose
(Schwindsucht) oder die Pleuritis tuberkulosa (tuberkulöse Rippenfellentzündung).
In der Spätphase kann der Befall anderer Organe erfolgen, vor allem
Knochen, Gelenke, Nieren und Darm. |
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| SYMPTOME (BESCHWERDEN) |
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| Je nach Organbefall
und Ausdehnung. Die Lungen-TBC ist haufig verbunden mit Müdigkeit,
Appetitlosigkeit, trockenem Husten, Gewichtsverlust, Nachtschweiss,
gelegentlich subfebrilen Temperaturen. |
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| DIAGNOSTIK |
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| Körperlicher
Untersuchungsbefund: |
| Keine charakteristischen
Veränderungen, gelegentlich Lymphknotenschwellunmg bei Lymphknotenbefall. |
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| Rö-Thorax: |
| Pulmonale Herdsetzung
(z.B. im Sinne einer Pneumonie, Rundherd, Kaverne, Pleurärguss). |
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| Tuberkulintest: |
| Positiv. Bei negativem
Tuberkulintest bis 1 zu 100 TE ist eine TBC nahezu ausgeschlossen. |
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| Untersuchung der
Körpersekrete auf Mykobakterium Tuberkulosis: |
| Sputum, Magensaft,
Bronchialsekret bei Pleurärguss, Punktat der Pleuraflüssigkeit. |
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| Die Diagnose ist
zu 100% gesichert bei bakteriellem Nachweis von Mykobakterium tuberkulosis,
weitgehend gesichert bei Nachweis von ephitheloidzelligen Granulomen
mit Verkäsung. |
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| THERAPIE |
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| Wichtigste Tuberkulose-Medikamente: |
| Steptomycin
(1944), Isoniacid und Pyrazinamid (1952), Etambutol
(1961) und Rifampicin (1968). Eine Mono-Therapie (Behandlung
mit nur einem Medikament) ist bei der TBC verboten wegen rascher Resistenzentwicklung.
Beginn der Behandlung immer mit einer 3-fach - bzw. 4-fach - Kombination
aus INH, Rifa, PZA (plus Streptomycin
/ Myambotol) über die ersten 3 Monate (Initialtherapie). |
| Stabilisierungstherapie
mit 2-fach - Behandlung vorzugsweise mit INH und Rifa
für 6 - 12 Monate. |
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| PROGNOSE (EINSCHÄTZUNG
DES LANGFRISTIGEN KRANKHEITSVERLAUFES) |
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| Bei frühzeitiger
Erkennung und konsequenter Behandlung liegt die Rezidivrate unter
1%, die meisten Rezidive treten im ersten Jahr nach Behandlung auf,
deshalb engmaschige Kontrollen über mindestens 2 Jahre. |
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| VERMEIDUNG VON INFEKTIONEN |
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| Bei
Kontakt mit Verdachtsfall Mundschutz tragen, Untersuchungsräume gründlich
lüften! (Sonnenlicht wirkt auf TBC-Erreger bakterizid, evtl. UV-Lichtqülle
einsetzen). |
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