 |
| |
| Warum
behandeln? |
| |
| In den
70er und 80er Jahren sorgten wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse
für Schlagzeilen, die Ärzte und Patienten gleichermassen
erschreckten: Eine Studie schien zu beweisen, dass Patienten, deren
schweres Schlafapnoe-Syndrom nicht behandelt wurde, eine kürzere
Lebenserwartung hatten als Patienten, die therapiert wurden. Ursache
der verkürzten Lebenserwartung waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. |
| |
| In der
Hoffnung, dass eine frühzeitige Behandlung der Schlafapnoe Herz-Kreislauf-Folgeerkrankungen
verhindern und die Lebenserwartung der Betroffenen erhöhen könne,
wurde gefordert, jedermann mit vermehrten nächtlichen Atemaussetzern
zu behandeln, unabhängig davon, ob er tagsüber unter den
typischen Symptomen einer Schlafapnoe litt oder nicht. |
| |
| Mittlerweile
hat sich die Meinung der Experten geändert: Es gibt inzwischen
viele Untersuchungen, die nicht bestätigen konnten, dass die
Lebenserwartung der Schlafapnoiker von einer Behandlung der Schlafapnoe
abhängt. Die Schlafapnoe scheint sich - sofern der Betroffene
nicht an Gewicht zunimmt und keine Bronchial- oder Lungenkrankheit
hinzutritt auch nicht zu verschlechtern: Die Anzahl der Apnoen und
Hypopnön und der Sauerstoffabfälle während des Schlafs
bleibt ohne Therapie in etwa gleich. Für ältere Menschen
ist inzwischen sogar bewiesen, dass eine leicht- bis mittelgradige
Schlafapnoe ohne Beschwerden weder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt
noch einen Einfluss auf die Lebenserwartung hat. |
| |
| Diese
Erkenntnisse waren es letztlich, die zu einer Neudefinition des Schlafapnoe-Syndroms
geführt haben: Während man in den 70er/80er Jahren der Auffassung
war, dass der alleinige Nachweis gehäufter nächtlicher Atemaussetzer
Grund genug zur Einleitung einer Behandlung, fordert man heute zusätzlich,
dass neben den Apnoen oder Hypopnön die typischen Beschwerden
eines Schlafapnoe-Syndroms vorliegen müssen. Auch wenn der Patient
zusätzlich an einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems leidet,
bei der nächtliche Stressreaktionen oder Sauerstoffmangel gefährlich
werden könnten, müssen gehäufte nächtliche Atemaussetzer
behandelt werden. |
| |
| Wann
muss eine Schlafapnoe behandelt werden? |
| |
| Wenn
die nächtlichen Apnoen die typischen Beschwerden eines Schlafapnoe-Syndroms
verursachen, also tagsüber ausgeprägte Müdigkeit oder
Einschlafneigung; |
| |
| bei
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei denen nächtlicher Sauerstoffmangel
oder nächtliche Stressreaktionen gefährlich werden könnten. |
| |
| Die
Erfahrung zeigt, dass die meisten Patienten mit mehr als 15 Apnoen
oder Hypopnön/Stunde Beschwerden haben und behandelt werden sollten.
Liegt der Apnoe-/Hypopnö-Index unter 14, ist eine Behandlung
häufig nicht nötig. |
| |
| aus
P. Hannemann "Schlafapnoe-Syndrom und Schnarchen, Jopp-Ösch
2000 |
 |
| |
| |
| Falls
Sie sich diesen Artikel ausdrucken lassen wollen benutzen Sie bitte
die |
 |
| |
 |
| |
| |
 |