|
 |
| Allergiker sollten
sich vor der Berufswahl gut über Gesundheitsrisiken informieren |
| |
| 2.500
junge Berufstätige unter 25 Jahren entwickeln in Deutschland
jedes Jahr eine Berufskrankheit. In den allermeisten Fällen handelt
es sich dabei um allergische Haut- oder Atemwegsleiden. Das Problem
wird sich weiter verschärfen, da Allergien ständig zunehmen.
Von den Kindern und Jugendlichen sind inzwischen etwa 20% betroffen.
Die Veranlagung zu allergischen Erkrankungen ist noch weiter verbreitet. |
| |
| Risiken für
Allergiker gibt es in der Berufswelt jede Menge. Mehlstäube in
der Backstube und Holzstäube in der Tischlerwerkstatt, Tierhaare
und Pollen in der Landwirtschaft, Umgang mit hautreizenden und allergieauslösenden
Substanzen beim Frisör, im Krankenhaus oder in der Lackiererei,
sind nur einige Beispiele. Besonders gefährdet, allergische Beschwerden
am Arbeitsplatz zu entwickeln, sind Menschen, die bereits vor Aufnahme
der Beschäftigung an einer Allergie leiden. Bei 50% der Bäcker,
die durch den Kontakt mit Mehlstaub an allergischem Schnupfen oder
allergischem Asthma erkranken, bestand z.B. vor Antritt der Beschäftigung
eine Pollenallergie. Allergiekranke Jugendliche sollten sich also
bei der Berufswahl besonders gründlich über mögliche
Risiken für ihre Gesundheit informieren. Sie sollten Berufe mit
erhöhtem Allergierisiko meiden und sich überlegen, ob nicht
auch eine andere Beschäftigung in Frage kommt. Das ist besser,
als nach der Hälfte der Ausbildung oder nach einigen Jahren im
Beruf frustriert festzustellen, dass die Gesundheit nicht mehr mitspielt. |
| |
| Gut informieren
und schützen |
| |
| Als
besonders Allergie-trächtig gilt die Arbeit im Frisörhandwerk,
Gesundheitswesen, Reinigungswesen, Baugewerbe, Maler- und Lackierhandwerk
sowie in der Metallverarbeitung. Zwei mögliche Gefahren stehen
dabei im Vordergrund: Der Kontakt mit allergieauslösenden Substanzen
über die Haut spielt z.B. bei Frisören, Malern und in der
Metallverarbeitung eine wichtige Rolle. Hauterkrankungen wie das allergische
Kontaktekzem können die unangenehme Folge sein. Im Bäckerhandwerk
und im Gesundheitswesen erfolgt der Kontakt mit Allergenen wie Mehlstaub
oder Latexpartikelzusätzlich über die Atemluft. Das Wissen
um diese Gefahren kann bei der Berufswahl eine Entscheidungshilfe
sein. Für einen jungen Menschen, der an ausgeprägter Neurodermitis
leidet, sind z.B. der Frisörsalon, die Lackiererei, das Krankenhaus
oder das Fotolabor häufig wenig geeignete Arbeitsstätten.
Eine Übersicht über mögliche Gefahrenquellen in den
verschiedenen Berufen gibt die nachstehende Tabelle: |
|
Zur
fachkundigen Beratung und Behandlung sollten sich Allergiker in
die Hand eines allergologisch geschulten Facharztes begeben. Der
Spezialist kann durch gezielte Diagnostik erkennen, gegen welche
Substanzen sich die Allergie richtet und eine angemessene Therapie
in die Wege leiten. Inzwischen stehen Medikamente zur Verfügung,
die die Allergiesymptome wirkungsvoll lindern. Durch eine spezielle
Immuntherapie (Hyposensibilisierung) lassen sich allergische Atemwegserkrankungen
sogar heilen. Deshalb kann es z.B. einem Pollenallergiker nach einer
erfolgreichen Hyposensibilisierung möglich sein, problemlos
als Gärtner zu arbeiten.
|
| |
 |
| |
|
|
|