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FÜR
GIPFELSTÜRMER SIND DIE BERGE TROTZ ATEMWEGSERKRANKUNGEN NICHT
UNBEDINGT TABU
Klare
Luft statt Großstadtmief: Gerade Asthma-Patienten fühlen
sich angesichts der geringen Belastung durch Pollen, Milben und
Schadstoffen in den Bergen besonders wohl.
Dennoch
herrscht vielerorts die Meinung vor, daß "Lungenkranke"
in dieser Hinsicht nicht allzuhoch hinaus sollten. Zumindest für
Asthmatiker gilt dies nicht. Um die Trekking-Tour oder den Bergurlaub
jedoch entspannt und gesundheitsbekömmlich geniessen zu können,
sollten Asthma-Patienten nicht ohne einen vorherigen Check-Up und
eine intensive lungenärztliche Beratung auf Louis Trenkers
Spuren wandeln. Ein stabiler Zustand und eine gut eingestellte medikamentöse
Therapie zählen zu den Grundbedingungen vor solch einer Reise.
BELASTUNGSTEST
FÜR DIE BERGTOUR
Wer
an Asthma oder einer anderen Lungenerkrankung leidet sollte vorher
zusätzlich durch eine lungenfachärztliche Untersuchung
sicherstellen lassen, daß der zu erwartende arterielle Sauerstoffpartialdruck
(PO2) nicht unter 55 mm/Hg absinkt. Das entspricht übrigens
dem Wert, der bei maximaler Flughöhe von Verkehrsflugzeugen
(ca. 10000 bis 12000 Meter) erreicht wird.
Der
normale arterielle Sauerstoffpartialdruck liegt zwischen 60 und
100 mm/Hg. In zunehmender Höhe nimmt nicht nur der Umgebungsluftdruck
ab, sondern auch der Sauerstoffdruck im Blut. Auf 4000 Metern Höhe
etwa entspricht er noch rund 50 mm/Hg. Der Körper reagiert
auf diesen Druckabfall mit Anpassungsvorgängen. Bei längerem
Aufenthalt in der Höhe kommt es in Folge der Akklimatisierung
dann zu einer Zunahme, insbesondere der roten Blutkörperchen,
sowie der Sauerstoffaufnahmekapazität des roten Blutfarbstoffes,
des sogenannten Hämoglobins. Diese Anpassungsvorgänge
sind zeitabhängig. Wer zu rasch auf Höhen über 3000
Meter klettert riskiert eine akute oder chronische Höhenkrankheit,
ein Höhenlungenödem oder ein Höhenhirnödem.
Diese höhenbedingten Komplikationen kündigen sich durch
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen an. Höchste
Zeit die Aufstiegsbremse zu ziehen und so lange auf der erreichten
Höhe zu bleiben, bis die Symptome vollständig verschwunden
sind.
Mit
zunehmender Höhe wird die Umgebungsluft nicht nur sauerstoffarmer,
sondern auch deutlich kälter. Bei Asthmatikern mit ihrer besonderen
Empfindlichkeit der Bronchien, kann das Einatmen kalter Luft bereits
asthmatische Beschwerden auslösen. Hier sollte dann die medikamentöse
Behandlung angepasst werden.
Zusammengefasst
sollte der sichere Weg nach oben wie folgt aussehen:

1.
BESCHWERDEFREIHEIT VOR DER TOUR
Asthmatiker sollten unter ihrer Basistherapie auch unter Belastung
beschwerdefrei sein. Vor einer Bergtour sollten noch einmal die
Lungenfunktion, sowie der Sauerstoffdruck im Blut überprüft
werden.
2.
NICHT ZU SCHNELL ZU HOCH HINAUS
Ab 2500 Metern sollte sich die Schlafhöhe, also die Lage des
Nachtquartiers, nicht um mehr als 300 400 Meter steigern.
Nach jeweils 1000 Metern zusätzlich erklommener Schlafhöhe
einen Ruhetag einlegen.
3.
HOCH STEIGEN - TIEF SCHLAFEN
Die täglich zurückgelegten Höhenmeter dürfen
durchaus über der Schlafhöhe liegen, um den Aklimatisationsvorgang,
das heißt die Anpassungsvorgänge des Körpers an
das verminderte Sauerstoffangebot zu beschleunigen.
4.
NUR SYMPTOMFREI WEITERSTEIGEN
Nur wer keine Atembeschwerden oder Symptome der Höhenkrankheit
aufweist (Zeichen einer erfolgreichen Anpassung), darf Höhe
zulegen. Nehmen die Beschwerden jedoch zu, ist ein Abstieg auf etwa
1000 Höhenmeter ratsam. Wenn dies nicht möglich ist, empfiehlt
sich eine Sauerstoffbehandlung und ggf. eine medikamentöse
Therapie.
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