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| Pollenflug
Immer früher, immer länger, immer agressiver |
| Die Expositionen
auf Pollenallergene werden immer länger und immer stärker.
Der Grund: Pflanzen wie Birke, Hasel und Erle blühen immer früher
und schütten dabei auch immer mehr Pollen aus. In den letzten
Jahren hat die Birke immer etwa vier Tage früher als im jeweiligen
Vorjahr zu blühen begonnen. Mithin beginnt die Birkenblüte
heute rund einen Monat früher als vor zehn Jahren. Ausserdem
hat die Pollenmessstation in Basel festgestellt, dass die Jahrespollenmenge
von 1969 bis 1996 kontinuierlich zugenommen hat. |
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| Auch Umweltschadstoffe
spielen eine Rolle. Dabei führen unterschiedliche Substanzen
offensichtlich auch zu unterschiedlichen atopischen Erkrankungen.
Bei Osteuropäern treten häufiger allergische Ekzeme auf,
Menschen aus dem Westteil leiden vermehrt an Allergien der Atemwege.
Auffällig: Auch die Art der Luftverschmutzung ist jeweils unterschiedlich.
Das "klassische" Typ-1-Allergiemuster des Ostens korreliert deshalb
offenbar mit SO2 und Staub, das "moderne" Typ-2-Muster des Westens
hingegen mit feinen Partikeln und Ozon. Beim Typ 2 ergab sich eine
Beziehung zur gestiegenen Verbreitung der IgE-vermittelten Allergie.
Pollenkörner, gesammelt in Industriegebieten und hochbeladen
mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen in Westdeutschland,
nicht jedoch in Ostdeutschland, waren durch luftgetragene Partikel
agglomeriert. In-vitro-Versuche, bei denen Pollen bei unterschiedlicher
Feuchtigkeit gasförmigen Schadstoffen (SO2 und NO2) ausgesetzt
wurden, ergaben eine SO2- nicht jedoch NO2-induzierte Reduktion der
Allergenfreisetzung aus Pollen. Daraus schloss die Arbeitsgruppe um
Prof. Heidrun Behrendt aus München, dass Luftschadstoffe
die Bioverfügbarkeit von Gräserpollen-Allergenen modulieren.
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